KUNSTBERATUNG

 

ENGLISH


FLO MAAK

 

BIOGRAPHIE

AKTUELLES

WAVE, 2013-2016
completely automated public turing test
, 2015

Seascapes, 2013

Werke 2013

Living in the Lobby, 2011

Einzelwerke, 2009 - 2010

Shelter, 2009

Transition, 2009

Silent Specters, 2006 - 2007

 

 

EINZELAUSSTELLUNGEN BEI BKFA:

Flo Maak
completely automated public turing test to tell computers

and humans apart

04. Juli - 05. September 2015
Ein Katalog ist verfügbar

 

SEASCAPES

22. August - 12. Oktober, 2013

ein Katalog ist verfügbar

 

 

Presse:
 

FAZ vom 27.06.2011

uMAG 08/2011 (pdf)

Artfacts.net Interview 07/2011 (pdf)

Descent, 2016
pigment print in artist’s frame
70 x 100 cm, 4+1 a.p.
100 x 140 cm, 2+1 a.p.

Die dritte Einzelausstellung Flo Maaks in der Galerie trägt den Titel

COMPLETELYAUTOMATED PUBLIC TURING TEST TO TELL COMPUTERS AND HUMANS APART.

 Unsere Wahrnehmung von Realität hat sich durch die allgegenwärtige Präsenz von Computern und Smartphones entscheidend verändert. Nicht mehr die unmittelbare Anwesenheit einer Person scheint unsere Beziehungen zu definieren, sondern deren vermittelte Präsenz in Bildern auf Bildschirmen. Allerdings ist diese Präsenz eine prekäre, weil wir uns gegenüber dem Gerät immer in Beweisnot befinden, wirklich der autorisierte Benutzer zu sein. Automatische Authentifizierungsprozesse gehören denn auch zu unserem täglichen Glück. Sie schieben sich ständig zwischen uns und die unabdingbar gewordene digitale Welt.

 Eine neue Serie von Portraits (2015) zeigt vor monochromen Farbverläufen stehende Personen. Diese haben sich von uns abgewandt. Sie haben ihre Augen geschlossen oder starren in ein unbestimmtes Außen. Die Bilder werden im heute bei Handy- und Fernsehbildschirmen dominierenden, 16:9-Bildformat präsentiert, was uns vor allem beim Querformat sofort ins Auge sticht.

Auf das Glas der Rahmen sind Texte und graphische Elemente graviert, die Onlineabfragen entnommen wurden, die zur Verifizierung von Nutzern eingesetzt werden. "What is the first name of the first person you kissed?" oder "What was your childhood hero?" Es handelt sich dabei um gut erinnerbare Fragen, auf die jedoch nur der tatsächliche Nutzer des Profils die Antwort kennen sollte. In Maaks Arbeiten machen solche Fragen und damit verbundene Buttons, Eingabefelder und Grafiken das Glas als transparente Ebene zwischen Bild und Betrachter/in sichtbar. Schatten der eingeritzten Zeichen auf den dahinterliegenden Fotografien verstärken den Eindruck der Vermitteltheit. Optisch drängen sie die Fotografie als reales Objekt im Raum zurück, wodurch der durch die Farbverläufe wenig bestimmte Raum noch unbestimmter wird und die Personen, die uns meist den Rücken zuwenden, noch abwesender erscheinen.

 Die Skulpturengruppen "Bodies That Matter" (2015) beschäftigen sich ebenfalls mit der Präsenz im Raum. Sie bestehen aus zwei am Boden übereinander liegenden Hantelscheiben in verschiedenen Größen, die je einen Acrylstab unterschiedlicher Höhe senkrecht stabilisieren. Oben aufgesteckt auf diesen transparenten Rohren sind ebenfalls auf transparentes Acrylglas gedruckt Abbilder der Standgewichte. Diese unmittelbare Präsenz der Hantelscheiben als stabilisierende Gewichte und als das oben thronende Abbild davon, sie verweisen nur auf sich selbst. Sie sind hier und jetzt anwesend als Objekt und Abbild ihrer selbst.

 Diese zwei neuen Werkreihen gruppieren sich in der Ausstellung um ein Zentrum mit den zwei Arbeiten "Look" und "Look (Red)", die im ganzen Ausstellungsgefüge die übergreifenden Blickrichtungen vorgeben, mit denen sich die Blickachsen anderer Portaits in der Ausstellung irgendwo wieder kreuzen. Wie die Linien im Entscheidungsraster, der auf der Rückseite der zur Ausstellung erscheinen Broschüre gedruckt ist. Er dient als Ausgangspunkt des vollständig automatisierten Touring Tests um Computer von Menschen zu unterscheiden!

 

Flo Maak (geb. 1980 in Fulda), studierte an der Frankfurter Städelschule bei Wolfgang Tillmans und Visual Arts an der Cooper Union, New York City sowie Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie an der Goethe Universität Frankfurt. Er ist Meisterschüler von Willem de Rooij,

Seit 2013 ist er Professor für Fine Art Photography an der Chung-Ang University, Seoul, Südkorea.

Flo Maak stellte bislang in zahlreichen Gruppen - und Einzelausstellungen aus und ist in namhaften privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten.

Copyright: Flo Maak und Bernhard Knaus Fine Art, Frankfurt