- Aufgabenstellung
- In einem etwa 50 qm grossen Raum ohne Tageslicht sollte ein
Abschiedsraum eingerichtet werden in dem Hinterbliebene von in der
- Klinik
verstorbenen Angehörigen Abschied nehmen können.
- Der Raum sollte „anders sein als alle Räume im Krankenhaus
(...), das Gewicht der Situation erfahrbar machen, die Bedeutung von Tod
- nicht
verniedlichen, (...) und aus Rücksicht auf andere Konfessionen auf eindeutige
christliche Symbole, Zeichen und Aussagen verzichten“
- und möglichst allgemein
erfahrbare Bilder finden, die Übergang thematisieren.
-
- Konzeption
- Mein Konzept sah vor, dass die abgehängte Decke sowie alle
Leitungen aus dem Deckenbereich entfernt werden, um den Raum in einen
- Urzustand
zurückzuführen und eine bessere Raumkubatur zu erreichen. Die betonierten
Unterzüge, die dadurch wieder sichtbar wurden,
- wurden, ebenso wie die zentrale
Stütze, roh belassen und weiss gestrichen.
- In diesen Raum habe ich einen etwa um 4° gedrehten, 2,20
meter hohen Raum aus Holz ( weiss lasierte Birke ) eingebaut, der sich wie eine
- Schnecke um die Säule windet. Dadurch entsteht ein Wegcharakter und eine
zunächst unmerkliche aber dennoch stark körperbetonte
- Erfahrung oder
Irritation, durch die Verschiebung der Raumkoordinaten, „so dass die durch den
Tod verrückte Lebenssituation der Angehörigen
- ablesbar wird und räumlich
Gestalt gewinnt“
- (Beurteilung der Jury).
-
- Das Holz ist bewusst stark gemasert, die Maserung bleibt
durch die leichte Lasur deutlich sichtbar und „erinnert an Prozesse lebendigen
- Werdens und Vergehens“ (
Jury ).
-
- Im Übergangslinie zwischen „innerem“ und „äusserem“ Raum
verläuft ein Lichtband als umlaufender, leuchtender Horizont. Dieses sichtbar
- montierte Neonband kann ist die hauptsächliche Lichtquelle. Dadurch dass es
komplett im Verlauf gedimmt werden kann, können Lichtstimmung,
- atmosphäre und
Grundhelligkeit sehr genau bestimmt werden. An einer Stelle im hinteren Bereich
unterbricht ein schmales, ebenfalls dimmbares,
- senkrechtes Lichtband die
Wandabwicklung.
-
|